Vier.ruhr – die neue Theaterallianz für Mülheim

Mit dieser Kooperation soll die Stadt und das gesamte Ruhrgebiet als Theaterstandort positioniert werden. Erste Projekte finden bereits statt oder sind in Kürze geplant.

Wenn sich drei funktionierende Theaterinstitutionen in Mülheim zu einer Allianz zusammenschließen, dann kann das eigentlich nur einen positiven Effekt auslösen. Und das tut es auch. Das Festival „Stücke“ für neue Dramatik, das Theater an der Ruhr und der Ringlokschuppen Ruhr bilden seit dem Herbst des vergangenen Jahres die neue Theaterallianz vier.ruhr. Doch warum „vier“, wenn es sich um drei Theater handelt? „Die Verbindung untereinander bildet sozusagen die vierte Dimension, mit deren schöpferischer Kraft wir Mülheim als Theaterstadt positionieren wollen“, sagt Dramaturgin Anna Bründl, die gleichzeitig auch als Projektkoordinatorin fungiert.

Dass diese Allianz, die im Rahmen des Förderprogramms „Neue Wege“ vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem NRW KULTURsekretariat unterstützt wird, sich nicht nur für die  Domain-Endung .ruhr entschieden hat, sondern die Region auch noch im Namen der Allianz trägt, zeigt „das Bekenntnis zum Ruhrgebiet. Wir wollen damit unsere Verbundenheit mit dem Revier zum Ausdruck bringen. Mülheim ist für uns ein besonderer Ort im Ruhrgebiet“, so Anna Bründl. Auf www.vier.ruhr können sich Theaterliebhaber informieren, wofür vier.ruhr steht, welche Projekte derzeit laufen oder in Kürze geplant sind.

Dass die Corona-Pandemie der Allianz nicht unbedingt in die Karten spielte, liegt auf der Hand. „Schließlich stehen wir noch ganz am Anfang, mussten beispielsweise die Eröffnung unseres neuen Projektraumes erst einmal verschieben“, sagt Bründl. Aber vier.ruhr zeigt auch, wie schnell eine solche Kooperation auf diese Krise reagieren kann – nämlich mit dem digitalen Live-Theater Das Dekameron, einer Novellen-Sammlung von Giovanni Boccaccio, mit dem die Allianz derzeit jeden Donnerstag um 21 Uhr auf YouTube zu sehen und zu hören ist. In zehn Folgen setzen sich zehn künstlerische Teams mit der Frage auseinander, was uns in dieser Krise verbindet und wie wir mit ihr umgehen könnten. Anna Bründl sieht aber auch grundsätzlich ausschließlich Vorteile in der neuen Kooperation. „Wir haben die Hoffnung, dass Künstler sich so begegnen. Interdisziplinarität ist uns wichtig, genauso wie Internationalität. Und da alle drei Häuser auf dem Gebiet der internationalen Vernetzung auch bis dato schon sehr rührig waren, passt diese Allianz ganz hervorragend.“

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